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Die Weihnachtszeit gilt gesellschaftlich als das große Finale des Jahres: Lichterketten überall, besinnliche Musik im Radio und glückliche Familien, die lachend um den Baum sitzen. Zumindest laut Werbung. In der Realität sieht das oft ganz anders aus. Statt Ruhe herrscht Stress, statt Harmonie Zeitdruck – und statt Besinnlichkeit die Frage: „Wer hat schon wieder die Geschenke vergessen?“



Besonders traurig ist dabei, dass Eltern wochenlang planen, einkaufen, putzen, kochen und organisieren, als würde ein Staatsbesuch anstehen. Und wenn dann endlich alles fertig ist, bekommt die Anerkennung… das Christkind. Herzlichen Glückwunsch. Mama steht erschöpft in der Küche, Papa kämpft mit dem Weihnachtsbaum – aber gelobt wird eine unsichtbare Figur mit Flügeln. Ironie des Jahres.

Dazu kommt der gesellschaftliche Druck, dass Weihnachten die glücklichste Zeit für Familien sein muss. Wer da nicht strahlt, fühlt sich gleich falsch. Dabei wissen wir alle: Wo viele Erwartungen auf engem Raum zusammenkommen, entstehen Konflikte. Alte Streits kommen wieder hoch, Diskussionen eskalieren schneller, und leider erleben manche Familien nicht nur Streit, sondern auch Gewalt. Darüber spricht man nur ungern – denn das passt nicht zum perfekten Weihnachtsbild.

Vielleicht wäre der erste Schritt zu entspannteren Feiertagen, die Erwartungen herunterzuschrauben. Weihnachten muss kein Wettbewerb sein. Es braucht kein Drei-Gänge-Menü, keinen perfekt geschmückten Baum und keine 20 Geschenke. Manchmal reicht es, ehrlich zu sein, Pausen zuzulassen und auch mal zu sagen: „Dieses Jahr machen wir es einfacher.“

Denn Weihnachten sollte nicht perfekt sein – sondern menschlich. Und vielleicht bekommt dann nicht nur das Christkind die Credits, sondern auch die, die wirklich alles möglich machen. 🎄


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